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Das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald

Mitten im Grünen Herzen Deutschlands, liegt das UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald. Es erstreckt sich beiderseits des Rennsteigs, dem bekanntesten Wanderweg Thüringens. Das Gebiet umfasst einen Großteil des Mittleren Thüringer Waldes zwischen den Städten Suhl, Ilmenau und Schleusingen.

Bedeutung und Reiz erhält es vor allem durch die vielfältige Mittelgebirgslandschaft, die weitläufigen Wälder, durch naturbelassene Bergwiesen, ursprüngliche Mittelgebirgsbäche und einige Waldmoore.

Das Reservat ist kein künstlicher Urwald, sondern eine vom Menschen gestalteter naturnaher Lebensraum. Die Täler und Höhenzüge werden seit Jahrhunderten für Siedlung, Bergbau, Land- und Forstwirtschaft genutzt. Dadurch hat sich eine reiche und vielfältige Kulturlandschaft entwickelt. So ist der Kernbereich des Thüringer Waldes heute eine gesunde Wohnregion, ein gut besuchtes Erholungsgebiet und sogar ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Selbst große Bauwerke wie die Trinkwassertalsperre Schönbrunn passen sich der Landschaft gut an. In jeder Jahreszeit spielt die Region besondere Reize aus.

Damit das so bleibt, wurde mit dem Biosphärenreservat eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung geschaffen. Bewohner und Gäste sollen das Gebiet weiterhin sorgsam nutzen können, auch zukünftig Einkommen und Erholung hier finden.

1979 wurden die beiden ersten von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservate in Deutschland geschaffen. Das hiesige ging aus dem Naturschutzgebiet Vessertal zwischen den Orten Breitenbach und Vesser hervor. Heute wird es von den Medien gern als das schönste Tal Mitteldeutschlands gefeiert. Inzwischen mehrfach erweitert ist das Areal nun Bestandteil eines weltweiten Netzwerkes von etwa 500 Biosphärenreservaten in über 100 Ländern. Die Reservatsverwaltung mit Sitz in Schmiedefeld am Rennsteig sorgt für Pflege, Schutz, Entwicklung, Aufklärung und Information in der Region.

Im Vordergrund stehen Naturschutz, Landschaftspflege und Regionalentwicklung. Aber auch das Kulturerbe wird bewahrt und der soziale Zusammenhalt gepflegt. Dazu gehören Traditionen wie die Pferdezucht nahe der Gaststätte Stutenhaus oder das Holzhandwerk in mehreren Orten. Geführte Wanderungen, Veranstaltungen, Ausstellungen und ein umfangreiches Ferien-Programm laden Besucher und Fachleute ein. Dabei wird das Biosphärenreservat auch mit neuen Entwicklungen fertig, wie der Zunahme sportlicher Aktivitäten im Gelände oder höherer Standards im Wirtschaftszweig Tourismus. All das erfordert auch in Zukunft einen sorgsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, um sie kommenden Generationen zu erhalten.