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Bergwiesen selbst erleben
Der Thüringer Wald war ursprünglich ein geschlossenes Waldgebiet. Erst vor ca. 1000 Jahren rodeten Siedler zur Gewinnung von Holz und als Siedlungsstandorte Teile des Waldes. Waldfreie Flächen nutzten sie als Viehweide oder zur Gewinnung von Futter, es entstanden Wiesen.
Unterschiedliche Pflanzen und Tiere siedelten sich je nach Standort, Nährstoffgehalt, Feuchtigkeit und Art der Nutzung an. Es bildeten sich deutlich unterscheidbare Wiesentypen heraus. Nur durch Nutzung bleiben die Bergwiesen erhalten, sonst erobert sie der Wald zurück.
Die Bärwurz-Wiese
Ein würzig duftendes Blütenmeer aus gelblichweißen bis weißen Dolden ist die Bärwurzwiese im Juni. Nach der Hauptblütezeit der Bärwurz beherrschen Gräser, vor allem Rot-Schwingel und Rot-Straußgras das Bild und geben der Wiese einen rötlich-beigen Schimmer. Bärwurzwiesen beherbergen eine reiche Heuschreckenfauna.
Im Sommer fallen die speichelartigen Schutzhüllen („Kuckucksspeichel“) von Larven der Schaumzikaden an den Stengeln verschiedener Pflanzen auf, die sich von Pflanzensaft ernähren. Wischt man den schleimigen Schaumtropfen ab, sieht man die kleinen Tiere.
Bärwurzwiesen können Sie z.B. finden:
- Rennsteig – zwischen der Schmücke und Schmiedefeld am Mordfleck
- bei Schmiedefeld – am Trimm-Dich-Pfad
- bei Vesser – im oberen Vessertal,
- bei Breitenbach – im Ecketal, Saalebergwiese
- bei Frauenwald – um den Ortsteil Allzunah
- bei Stützerbach – die Straß-Wiesen an der Straße zwischen Auerhahn und Dreiherrenstein
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