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Das UNESCO-Biosphärenreservat im Thüringer Wald

Kurzportrait

Bereits 1979 wurde das Vessertal durch die UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Seitdem gehört es zum Weltnetz der Biosphärenreservate.

 

Nach einer Flächenvergrößerung im Jahr 1986 erfuhr es 1990 seine letzte Erweiterung im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR (HIEKEL 1991).

Das heutige Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald ist ein charakteristischer Landschaftsausschnitt (siehe Karte nebenan) aus dem Mittleren Thüringer Wald. Es ist repräsentativ für die zentraleuropäischen Mittelgebirge - die Flächengröße von rund 17.000 ha entspricht aber nicht den nationalen und internationalen Vorgaben.

 

Deshalb wurde die Erweiterung und Entwicklung des Biosphärenreservats in Gang gesetzt.

 

Zum laufenden Erweiterungsverfahren bitte hier nachlesen.

Das gegenwärtige Biosphärenreservat zeichnet sich durch einen hohen Waldanteil von fast 90 % aus. Die drei höchsten Berge des Thüringer Waldes, der Große Beerberg (983 m ü. NHN), der Schneekopf und der Große Finsterberg liegen im Gebiet. Tief eingeschnittene Täler, wie das Vessertal, das Nahetal und das Schortetal, geben der Landschaft ihr charakteristisches Gepräge.

Die Talgründe der großen Täler sind seit Jahrhunderten gerodet und werden von artenreichen, landschaftlich reizvollen Talwiesen eingenommen. Dazu kommen die im Wald eingestreuten Bergwiesen und die Grünlandflächen um die Orte Frauenwald, Schmiedefeld am Rennsteig und Vesser. Die in den Ortsfluren anzutreffenden Ackerterrassenkomplexe werden heute als Grünland genutzt. Im Wald prägt die Fichte mit einem Anteil von ca. ¾ des Baumbestandes das Erscheinungsbild, vor allem in den Kammlagen und der Nordostabdachung. Auf der Südostabdachung des Gebirges nimmt in den der Schleuse zugehörigen Talsystemen die Rotbuche einen deutlich höheren Waldanteil ein.

Auf den Verebnungsflächen in der Kammregion haben sich Hochmoore, wie das Schneekopfmoor, das Beerbergmoor und das Moor im Morast am Großen Dreiherrenstein bei Neustadt am Rennsteig, herausgebildet.

Aufgrund der landschaftlichen Schönheit hat der Tourismus eine lange Tradition. Die Forstwirtschaft, als Hauptflächennutzer, und die Wasserwirtschaft, als Trinkwasserproduzent für große Teile Südthüringens mit zwei Trinkwassertalsperren im Gebiet, sind ebenfalls wichtige Wirtschaftszweige. Weiterhin bestehen örtliche Handwerksbetriebe sowie glas- und metallverarbeitende Betriebe. Im Biosphärenreservat leben ca. 4.000 Einwohner.

Zur Minderung von Konflikten, die durch unterschiedliche Ansprüche der Nutzer an Landschaft und Ressourcen entstehen, werden konkurrierende Nutzungen entflochten und in ausgewiesenen Gebieten bestimmten Nutzungen der Vorrang eingeräumt. Dafür wurde das gesamte Gebiet des Biosphärenreservats in drei Zonentypen gegliedert.

Die Verwaltung Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald hat ihren Sitz in Schmiedefeld am Rennsteig. Sie ist eine dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) nachgeordnete Dienststelle.