
Der Naturpark Thüringer Wald
Ein kurzer Abriss
| "Träger des Naturparks im Sinne des § 15 Abs. 3 ThürNatG ist der Verband "Naturpark Thüringer Wald e.V." Die staatlichen Aufgaben des Naturparks im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege werden vom Land wahrgenommen. Für die Wahrnehmung der Aufgaben des Landes ist die Verwaltung des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald zuständig. Das Land und der Träger nehmen ihre Aufgaben nach gegenseitiger Abstimmung sowie in Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden, Unternehmen, Verwaltungen, sonstigen lokalen Akteuren und den Bürgern wahr." Auszüge aus der Naturparkverordnung
Aus diesem Grunde erhalten Sie weitere kompetente Informationen zum Naturpark Thüringer Wald auch von anderen Einrichtungen, vor allem vom: |
Der Naturpark Thüringer Wald erstreckt sich von Eisenach bis nach Sonneberg und Saalfeld und erreicht eine Längenausdehnung von über einhundert Kilometer. Zu ihm gehören der nordwestliche Thüringer Wald, der mittlere Thüringer Wald, einschließlich kleiner Thüringer Wald, das westliche Thüringer Schiefergebirge sowie Bereiche des nördlichen und südlichen Gebirgsvorlandes. Im mittleren Thüringer Wald umschließt er das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, es gehört mit seiner Fläche von 17 098 ha nicht zum Naturpark. Der Naturpark hat eine Fläche von 208 200 ha, umfaßt rund 200 Städte und Gemeinden, in denen etwa 475 000 Einwohner leben.
Der Thüringer Wald wurde dauerhaft und flächendeckend besiedelt, als in den alten Siedlungsgebieten in den fruchtbaren Ebenen leicht erschließbare Rohstoffe und Energieträger knapp wurden. Bodenschätze, der Reichtum der Wälder und die Wasserkraft lockten die Menschen ins Gebirge und bildeten die Grundlage für regionaltypische Gewerbe und den Handel. Zusätzlich musste für die Ernährung gesorgt werden. Die meist kleinen Äckern legten die Wäldler in Terrassenform an den Hängen um die Orte an. In den Wäldern und auf Rainen weideten Ziegen und Rinder. Kleine Ansiedlungen entstanden im Umfeld der Produktionsstätten, im Kammgebiet in gerodeten Quellmulden oder an alten Passstraßen. In den schmalen Tälern ziehen sich die Siedlungen oft kilometerlang an den Bächen dahin.
Die Naturlandschaften des Mittelgebirges wurden durch verschiedene, jahrhundertelange Nutzungen auffällig verändert – es entstand die Kulturlandschaft Thüringer Wald.
Der Thüringer Wald ist seit langem beliebtes und vielbesuchtes Erholungsgebiet. Die traditionelle Erholungsform im Thüringer Wald war das Wandern und soll weiterhin besonders gefördert werden. Der Rennsteig, ein bekannter Höhenwanderweg, gilt als Rückgrat der Wanderkultur in Thüringen. Aber nicht nur die Kammregion ist reizvoll. Der ganze Naturpark hat viel Sehens- und Erlebenswertes. Attraktive Natur zu jeder Jahreszeit, interessante Dorfensembles, traditionelle Handwerke, diverse touristische Angebote und natürlich die gute Küche.
Doch nicht nur das eigentliche Gebirgsmassiv gehört zum Naturpark: Die Gebirgsvorländer, die sich wie ein Gürtel um den Thüringer Wald ziehen, sind mannigfaltige Übergangsbereiche zwischen dem Flachland und dem Gebirge, zwischen den alten Kulturräumen in den Gunstlagen und dem recht spät besiedelten, unwirtlichen Thüringer Wald.
Aufgrund seiner heutigen natürlichen Ausstattung, seiner vielfältigen Kulturlandschaft ist der Thüringer Wald von besonderem Wert für den Naturschutz und für die Erholung. Deshalb wurde er als Naturpark festgesetzt. In ihm soll ein neuer Ansatz im Naturschutz verwirklicht werden – modellhaft aufzeigen, wie die Nutzung der Kulturlandschaften naturverträglich gestaltet werden kann und in dieser Form zugleich zur Sicherung der Lebensgrundlage der Menschen beiträgt. Ziele des Naturparks sind unter anderem:
- die naturnahen und nutzungsgeprägten Landschaften des Naturparks zu schützen, pfleglich zu nutzen und zu entwickeln;
- die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten und von Lebensräumen zu erhalten;
- das historisch entstandene, landschaftstypische Offenland zu erhalten;
- große, unzerschnittene und verkehrsarme Landschaftsteile zu sichern;
- umweltschonende Nutzungen von Naturgütern zu sichern, insbesondere die naturnahe Bewirtschaftung der Wälder und die pflegliche Nutzung der landwirtschaflichen Flächen zu fördern;
- den Naturpark als Erholungsregion und den Fremdenverkehr als wichtigen Erwerbszweig zu fördern.
Leben, Arbeiten und Erholen im Naturpark Thüringer Wald steht für eine besondere Lebensqualität in Thüringen. Um das Gebiet als Lebens- und Wirtschaftsraum zu erhalten und nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen, sind die verschiedenartigen, oft miteinander konkurrierenden Nutzungen, zu entflechten. Dazu sind die teilweise gegensätzlichen Interessenbelange zu berücksichtigen und Lösungen zu finden, die möglichst für viele von Vorteil sind. Vorrangig sollen umweltverträgliche Landnutzungen, die den Landschaftscharakter und das landschaftsbedingte Erholungspotential erhalten, gefördert werden. Infrastruktur, Fremdenverkehr und Wirtschaft sollen unter den Gesichtspunkten des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit entwickelt, die landschaftsgerechte Siedlungsentwicklung gefördert und ausgeräumte Agrarlandschaften wieder naturnah gestaltet werden.
Nationale Naturlandschaften in Thüringen

Der Naturpark Thüringer Wald ist eine von 8 Nationalen Naturlandschaften in Thüringen. Weitere Infos zu den Thüringer Naturparken, Biosphärenreservaten und dem Nationalpark können Sie hier aufrufen.
Aktuelles
Veranstaltungen
01. August 2010
5. Wandertag
01. August 2010
Sternwanderung zur Talsperre Schönbrunn
03. August 2010
Das Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald

