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Gewässer

Auszug aus [1]

Grundwasser

Die im Gebiet vorherrschenden Gesteinsarten sind fast ausnahmslos dichte, grundwasserarme bis freie Gesteine, in denen die Wasserbewegung auf Spalten und Klüfte beschränkt ist. Die mächtigen pleistozänen Schuttablagerungen in den Talanfangsmulden haben eine relativ hohe Speicherfähigkeit für Grundwasser. Im Zusammenhang mit den hohen Niederschlägen in den zentralen Gebirgslagen weisen die Talanfangsmulden die beständigsten Wasseraustritte im Gebirge auf (Hiekel 1963). Die von diesen Grundwasservorkommen gespeisten Quellen werden auch z. B. zur örtlichen Trinkwasserversorgung der Orte Schmiedefeld a. Rstg. und Vesser genutzt. In den Talsohlen ist Grundwasser in örtlich und zeitlich unterschiedlichem Maße vorhanden (Hiekel 1962, 1999). Das hier vorhandene oberflächennahe Grundwasser hat mit entscheidenden Einfluss auf die Standorteigenschaften und die Vegetationsdifferenzierung (Niemann 1961, 1964).

Fließgewässer

Die Fließgewässer sind durch einen hohen Anteil von Bergbachoberläufen gekennzeichnet, die von Gebirgskamm ausgehend zu den beiden Flussgebieten Saale und Werra gehören. Die größten Fließgewässer, die das Biosphärenreservat zur Saale hin verlassen, sind die Wohlrose, die Schobse und die Schorte. Zur Werra hin verlassen die Schleuse, die Nahe, die Vesser, der Breitenbach und die Erle das Biosphärenreservat. Die Wasserführung der Bäche schwankt sehr stark. Z. B. wurde für die Talsperre Schönbrunn am 02.03.1999 ein Zufluss von 15,2 m³/s gemessen, während er im August 1999 zeitweise unter 0,2 m³/s lag (TLUG 2003). Ein erheblicher Teil der Bäche weist eine gute Gewässerqualität auf, da ihre Läufe oberhalb von menschlichen Ansiedlungen liegen. Zur anthropogen bedingten Versauerung durch atmosphärische Einträge ergibt sich ein differenziertes Bild in Abhängigkeit von der Geologie, dem Klima und dem Relief des Gewässereinzugsgebietes (emc 2002).

Standgewässer

Die Offenlandbiotopkartierung weist 159 Standgewässer für das Gebiet des Biosphärenreservats mit einer Gesamtfläche von 122 ha aus. 114 ha werden von den beiden Trinkwassertalsperren eingenommen. Die Talsperre Schönbrunn, als größte Trinkwassertalsperre Südthüringens ist derzeit nicht versauerungsgefährdet (Thüringer Fernwasserversorgung 2003). Die angelegten Teiche werden z. T. zur Fischzucht genutzt.


TREß, JOHANNES & JÜRGEN ERDTMANN (2006): Grundlagenband zum Rahmenkonzept zur Entwicklung und zum Schutz des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald. - Verwaltung Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, Schmiedefeld a. R.