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Renaturierung von Waldfließgewässern am Beispiel der Leitart Feuersalamander

Träger des Projekts            
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald-Bezirksverband Suhl

Partner des Projekts 
Stadt Suhl-Untere Naturschutzbehörde
Landratsamt Hildburghausen-Untere Naturschutzbehörde
Thüringer Forstamt Schönbrunn
Thüringer Forstamt Oberhof
Verwaltung Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald
Tierpark Suhl
Thüringer Fernwasserversorgung

Inhalt des Projekts in Stichpunkten
Die europäische Union fordert mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie u.a. den guten ökologischen Zustand unserer Fließgewässer bezogen:

  • auf die Naturnähe in der Gewässeraue
  • der Strukturvielfalt im Gewässerbett
  • sowie der Herstellung der Durchgängigkeit des Fließgewässers

Im Verlauf der Nutzungsgeschichte des Thüringer Waldes unterlagen auch die schmalen Abschnitte der Bäche der Mittelgebirgslagen (hier betrachtet der Krenal- und Rhithralabschnitt) vielfältigen negativen Einflüssen, wie z.B.:

  •  Begründung von Fichtenforsten in der Fließgewässeraue
  •  Einbau von gering dimensionierten Wegedurchlässen tlw. mit Sohlabstürzen

Neben der Gewässerversauerung der letzten Jahrzehnte, eine Folge der verstärkten Emission von Luftschadstoffen durch Industrie und Verkehr, führten die o.g. Nutzungsmaßnahmen zum Rückgang der Arten- und Individuenvielfalt der Lebensgemeinschaft der Mittelgebirgsbäche. Im besonderen Maße ist davon auch der Feuersalamander (Salamandra salamandra) als Leitart der Quellbachregion betroffen.
 
Im Rahmen des Projekts soll dabei der Feuersalamander als Sympathieträger die Aufmerksamkeit für generelle Belange des Arten- und Naturschutzes wecken und zugleich zu Nachahmungsprojekten anregen.

In den Fließgewässersystemen des Rimbachs und der Finstere Erle, am Südhang des mittleren Thüringer Waldes (BR Vessertal-Thüringer Wald) gelegen, erfolgten auf 8 km Fließgewässerstrecke Renaturierungsmaßnahmen. 

  1. Zur Förderung der natürlichen Laubvegetation in der Bachaue wurden im Abstand von 10-20 m zum Bachlauf beiderseitig Fichten entnommen.
  2. Es erfolgte eine maßvolle Einbringung von Starktotholz  zur Strukturanreicherung und Förderung einer naturnahen Fließgewässerstruktur sowie
  3. der Rückbau nicht benötigter Durchlässe und Ersatz  zu klein dimensionierter Forstwegedurchlässe durch größere Durchlässe, die in das Bachsediment eingelassen wurden.

Neben einer umfangreichen Pressearbeit wurden zusätzliche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen durchgeführt. Diese beinhalteten:

  • die Errichtung von zwei Informationstafeln im Rimbach und Finstere Erletal
  • die Schaffung einer interaktiven Spielstation im Tierpark Suhl
  • die Erstellung einer Wander- und Fotoausstellung
  • Schulungsmaßnahmen für Bedienstete der Thüringer Forst- und Naturschutzverwaltung

Als sehr positiv auf das Projekt hat sich dabei das enge Zusammenwirken der Thüringer Umweltverwaltung gemeinsam mit Partnern von Umwelt- und sozialen Verbänden aus der Region herausgestellt.

Fördermittel 
Naturstiftung David zzgl. der Eigenanteile der beteiligten Kooperationspartner

Projekt-Zeitraum 
März-Dezember 2009

Ansprechpartner Verwaltung Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald
Jens-Karsten Wykowski, Tel.: (036782) 666-25