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Zonierungskonzept

aus: [1]

Entsprechend den Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate (UNESCO 1996, siehe auch AGBR 1995) ist das Biosphärenreservat in eine Entwicklungszone, sowie Pflegezonen und Kernzonen gegliedert.

Dies ist eine Grundlage um die vielfältigen Anforderungen und Zielsetzungen des Biosphärenreservats umsetzen zu können.

Die Abgrenzung der Zonierung ist in der BR-Verordnung (GVBl. 2006) geregelt (vgl. Tabellen 1-3 und Karte).

 

Tabelle 1: Flächenstatistik der Zonierung

Zonen Flächengröße in ha Anteil in Prozent
Entwicklungszone 14.570 85,3
Pflegezonen 1.949 11,4
Kernzonen 562 3,3
Gesamtgröße des Gebietes 17.081 100


Entwicklungszone (Zone III)

Die Entwicklungszone nimmt den größten Flächenanteil des Biosphärenreservats ein. Sie umgibt die Kern- und Pflegezonen. Die Entwicklungszone umfasst land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, die beiden Talsperren sowie die Ortschaften und Verkehrsflächen. Dazu gehören ebenfalls touristische Einrichtungen außerhalb der Gemeinden, wie Campingplätze, Ausflugsgaststätten, Reiterhöfe, Schwimm- und Sportanlagen.

Ziel in der Entwicklungszone ist die Fortführung bzw. Etablierung pfleglicher Nutzungen von Landschaft und Ressourcen, mit denen die typischen Landschaftsbilder im Mittleren Thüringer Wald bewahrt werden können. Sie tragen zugleich zur Sicherung der Lebensgrundlage der Menschen im Gebiet bei. Der Erhalt traditioneller Handwerke und typischer Ortsbilder ist ebenso Ziel, wie die Förderung naturverträglicher touristischer Angebote und der naturbetonten Erholung.

 

Pflegezonen (Zone II)

Die Pflegezonen sind aus den Naturschutzgebieten im Biosphärenreservat hervorgegangen und besteht aus 8 Einzelflächen (vgl. Tabelle 2: Pflegezonen).

Tabelle 2: Pflegezonen

Bezeichnung Flächengröße in ha
II 1. Vessertal 1.347
II 2. Harzgrund 14
II 3. Schneekopfmoor am Teufelskreis 20
II 4. Seiffartsburg 54
II 5. Reifberg 15
II 6. Erbskopf 24
II 7. Marktal und Morast 281
II 8. Oberlauf der Gabeltäler 194
Gesamt 1.949

Dabei handelt es sich um naturschutzfachlich wertvolle Bereiche außerhalb der Siedlungen.

Die Lebensräume dieser Zonen sind überwiegend das Ergebnis menschlicher Bewirtschaftung. Es wurden ursprüngliche Lebensräume verändert und zum Teil neuartige geschaffen, die so nicht im Thüringer Wald vorkamen. Neben den Wiesen und Weiden liegen auch viele nutzungsgeprägte Wälder in den Pflegezonen. Besonders bedeutsam sind die Buchenwälder für das Gebiet. Heute sind sie Ziel für eine naturnahe Waldbewirtschaftung im Biosphärenreservat.

Die Pflegezonen sollen die Kernzonen abschirmen. Sie dienen der naturbetonten Erholung und sind Schwerpunktflächen von Naturschutzmaßnahmen. Bei ihrer Nutzung sind die in Pflege- und Entwicklungsplänen beschriebenen Naturschutzbelange zu berücksichtigen. Das bedeutet hier keine intensiven Nutzungsformen, sondern naturnaher Waldbau und pflegliche Grünlandnutzung. Um dies zu erreichen, werden die Landwirte durch die Naturschutzbehörden fachlich beraten und die Landwirtschaftsbetriebe in die Förderprogramme des Landes einbezogen.

 

Kernzonen (Zone I)

Die Kernzonen, bestehend aus 6 Einzelflächen (vgl. Tabelle 3: Kernzonen), zeichnen sich durch eine besondere Naturnähe aus oder sollen sich weitgehend unbeeinflusst entwickeln können. Deshalb ist das Betreten nur auf Wegen erlaubt.

 Tabelle 3: Kernzonen  

Bezeichnung Flächengröße in ha
I 1. Vessertal 296,9
I 2. Oberlauf der Gabeltäler 6,7
I 3. Marktal und Morast 148,7
I 4. Schneekopfmoor am Teufelskreis 27,4
I 5. Beerbergmoor 34,3
I 6. Schüßlersgrund 48,3
Gesamt 562,3

 Typische naturnahe Lebensräume in den Kernzonen sind die Regenmoore auf dem Beerberg, auf dem Schneekopf und im Morast.


Interaktive Karte

 Klicken Sie auf die Kernzonenflächen in der Karte und Sie erhalten Informationen zu den einzelnen Kerzonen.


Kernzone Vessertal
Kernzone Beerbergmoor
Kernzone Schneekopfmoor am Teufelskreis
Kernzone Marktal und Morast
Kernzone Schüßlersgrund
Kernzone Oberlauf der Gabeltäler


 

[1] TREß, JOHANNES & JÜRGEN ERDTMANN (2006): Grundlagenband zum Rahmenkonzept zur Entwicklung und zum Schutz des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald. - Verwaltung Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, Schmiedefeld a. R.

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